Es war vor über 30 Jahren, als meine Geschichte in Ostafrika begann: Plötzlich standen sie da. Vier junge wehrpflichtige Kriegsdienstverweigerer aus dem Nachbarland. Sie hätten in der Kirche von uns gehört, dass wir ihre Sprache sprächen. Sie seien auf dem Weg in den Westen. Waren wir nicht die falsche Adresse? Wir waren kein Reisebüro, keine diplomatische Auslandsvertretung und vor allem kein Geldautomat. Was wollten diese Flüchtlinge von uns? Was konnten wir für sie tun? Kamen sie zu unseren Gottesdiensten, nur um hilfsbereite Menschen kennen zu lernen? Oder kamen sie für den anschliessenden Imbiss, denn hungrig waren sie immer? Wollten sie tatsächlich mehr über unsern Herrn und Erlöser erfahren? Unterwegs mit ihnen gab es hoffnungsvolle Momente und herbe Enttäuschungen auf beiden Seiten.
Schicksale
Nach kurzer Zeit schaffte es der erste von ihnen nach Kairo und später nach Amerika. Ein zweiter versuchte es angeblich verschiedene Male, erfolglos. Doch offenbar liebte er den Herrn und dichtete einige Anbetungslieder, die bis heute geblieben sind. Leider erkrankte er schon bald und starb. Die beiden andern Migranten hatten es nicht eilig und wollten zuerst mit uns zusammenarbeiten und von uns handwerkliche Fähigkeiten erlernen. Als Tagelöhner halfen sie uns Wohnungen renovieren, Mobiliar für unsere Sprachschule herstellen, an Autos den Service ausführen und Klimaanlagen reinigen. Sie waren fest im Pumpenprojekt integriert. Sie halfen mit, Pedalpumpen herzustellen, sie zu installieren und zu unterhalten. Einer der beiden heiratete.
Freude und Enttäuschung
Schon bald nach ihrem Auftauchen starteten wir unseren Arbeitstag mit einer kurzen Bibelbetrachtung und Gebet. Einmal in der Woche studierten wir gemeinsam den Heilsweg durch die Bibel. Im Rückblick war die ganze Zeit ein Wechselbad von Freude, Hoffnung, schmerzenden Enttäuschungen und Ratlosigkeit. Es war ein Geschenk des Himmels in unserem Team eingebettet zu sein. Waren wir ermüdet, übernahmen andere. Der Austausch und das gemeinsame Tragen funktionierten. Vor unserer Rückkehr in die Heimat vor bald zwanzig Jahren bedrohte mich mein treuster Mitarbeiter mit einer entsicherten Handgranate und forderte Geld von mir. Wir mussten den Kontakt abbrechen. Somit blieb noch der eine, welcher inzwischen Familienvater geworden war. Seine finanziellen Bedürfnisse stiegen. Den Druck, eine wachsende Familie zu ernähren, bekamen natürlich auch wir zu spüren. Vieles zehrte an unseren Kräften und erschöpft kehrten wir in unsere Heimat zurück.
Rückkehr nach vielen Jahren
Jahre verstrichen, ohne zu erfahren, was mit unserem Freund passierte. War all unsere Mühe umsonst? Hatten wir uns vergebens investiert? Zwischendurch hörten wir von seiner wachsenden Familie, aber auch von Gefängnisaufenthalten. Vor vier Jahren kehrten wir wieder zurück in das uns wohl vertraute Land. Wir tauchten ein in Sprache, Kultur, Arbeit. Ein neues Beziehungsnetz entwickelte sich und einst Unbekannte sind zu Freunden geworden. Alte vertraute Fragen kommen manchmal wieder auf. Was machen wir hier? Macht unser Einsatz einen Sinn? Lohnt es sich?
Gottes gute Wege
Zufällig hörten wir von unserem «alten» Freund. Er hatte als Übersetzer Arbeit gefunden. Wir machten ihn ausfindig und besuchten ihn. Die Freude ihn und seine erwachsenen Kinder nach über fünfzehn Jahren wiederzusehen war riesig und wir staunten über Gottes Treue, als er uns seine Geschichte erzählte. Schon bald entschuldigte er sich für sein früheres Benehmen. «Ich war euch gegenüber so unmöglich, denn ich war in Not. Wir hatten nichts, als wir im Land ankamen. Ihr wart meine Familie. Inzwischen habe ich gelernt, dass Gott für uns sorgt und ich nicht betteln und andere bedrängen muss. Das war ein schwieriges, hartes Lernen. Ich hatte Dinge getan, die mich ins Gefängnis brachten, weil sie nicht Gottes Willen entsprachen. Doch habe ich nach und nach erkannt, gelernt und erlebt, dass Gott meine Gebete erhört, eingreift und mich und meine Familie wirklich versorgt. Und nicht nur das, er sorgt auch für die Bedürfnisse unserer kleinen Gruppe, die entstanden ist und sich regelmässig trifft. Komm vorbei und predige bei uns.»
Jesusnachfolger
Eine unbeschreibliche, ehrfurchtsvolle Freude erfasste mich, als ich diese Gruppe zum ersten Mal besuchte. Ich war verspätet, darum fragte ein Teilnehmer erst am Schluss des Gottesdienstes, wer ich denn sei. Mein Freund antwortete: «Was soll ich sagen? Er ist mein geistlicher Vater, aber er ist auch mein Bruder und er ist auch mein Freund.»
Lohnt es sich, sich in Gottes Reich zu investieren, auch wenn es aussichtslos erscheint? Gottes Wort ermutigt uns, weiterzumachen. «Sende dein Brot übers Wasser, so wirst du es nach langer Zeit wiederfinden (Koh 11, 1).
Eine Story von Reachacross.
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